| Art | Weinrebe |
| Sorte | ‘Weißburgunder’ (international ‘Pinot Blanc’) Helle Mutation innerhalb der Burgundergruppe; ‘Weißburgunder’ entstand durch Mutation aus ‘Grauburgunder’ (‘Pinot Gris’) Die Sorte steht historisch in engem Zusammenhang mit der Burgunderregion und wurde vermutlich aus dem französisch-burgundischen Raum verbreitet Weiße Keltertraube |
| Reifezeit | Mittelspät bis spät; die Reife erfolgt je nach Standort und Witterungsverlauf meist im September bis Anfang Oktober Für eine gute Ausreife sind ausreichend warme und sonnige Standorte günstig. |
| Trauben | Mittelgroß, zylindrisch bis kegelförmig, häufig geschultert und meist kompakt bis dichtbeerig Die kompakte Traubenstruktur kann insbesondere unter feuchten Witterungsbedingungen das Risiko für Botrytis und andere Fäulniserreger erhöhen |
| Beeren | Klein bis mittelgroß, rundlich bis leicht oval, grünlich-gelb bis gelbgrün Die Beeren besitzen eine relativ dünne bis mitteldicke Schale und sind saftig |
| Geschmack | Weißburgunder weist ein eher feinfruchtiges und zurückhaltendes Aroma auf und umfassen Apfel, Birne, Zitrusfrüchte mit teilweise nussigen, floralen und mineralischen Nuancen Charakteristisch ist eine ausgewogene bis moderate Säure, die in der Regel etwas niedriger als beim Riesling liegt |
| Most | Unter geeigneten Standort- und Ertragsbedingungen können gute bis hohe Mostgewichte erreicht werden Eine angepasste Ertragsregulierung kann zur Verbesserung von Mostgewicht, Extraktgehalt, Aromaausprägung und Weinqualität beitragen |
| Eignung | Vorwiegend zur Herstellung hochwertiger, trockener und strukturierter Weißweine Je nach Reifegrad und Ausbau eignet sich ‘Weißburgunder’ auch für frische, leichte Weinstile sowie für gehaltvollere Weine Aufgrund seiner ausgewogenen Säure und seines relativ neutralen bis feinfruchtigen Aromaprofils ist die Sorte auch für die Herstellung von Schaumweinen geeignet Unter geeigneten klimatischen Bedingungen können zudem hochwertige Prädikatsweine erzeugt werden |
| Anfälligkeit | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola): keine spezifische genetische Pilzwiderstandsfähigkeit; Befall unter günstigen Infektionsbedingungen möglich Echter Mehltau (Erysiphe necator): keine spezifische genetische Pilzwiderstandsfähigkeit; Befall unter günstigen Infektionsbedingungen möglich Botrytis (Botrytis cinerea): erhöhte Anfälligkeit aufgrund der häufig kompakten Traubenstruktur; eine gute Durchlüftung der Traubenzone und eine angepasste Laubarbeit können das Infektionsrisiko reduzieren |
| Wuchs | Mittelstark bis kräftig, überwiegend aufrechter bis halbaufrechter Wuchs Der Austrieb erfolgt mittel bis mittelfrüh Aufgrund des guten Ertragspotenzials und der kompakten Traubenstruktur sind eine angepasste Ertragsregulierung und eine sorgfältige Laubarbeit sinnvoll |
| Standort | Mittlere bis hohe Ansprüche an Lage und Mikroklima; bevorzugt werden warme, sonnige und gut durchlüftete Standorte Tiefgründige, ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgte Böden sind günstig; Staunässe vermeiden Trockene Böden können insbesondere unter Trockenstress problematisch sein |
| Winterhärte | Mittel bis gut; der Weißburgunder gilt als vergleichsweise winterfrostverträglich Aufgrund des mittel bis mittelfrühen Austriebs besteht jedoch ein gewisses Risiko für Schäden durch Spätfröste. |
| Nährstoffbedarf | Mittlere Ansprüche; eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist anzustreben; übermäßige Stickstoffversorgung sollte insbesondere bei kräftigem Wuchs vermieden werden |
| Pflanzenschutz | Standort-, witterungs- und befallsorientierter Pflanzenschutz erforderlich; besondere Aufmerksamkeit sollte dem Falschen und Echten Mehltau sowie aufgrund der kompakten Traubenstruktur der Botrytis gelten Im Vergleich zu PIWI-Sorten besteht keine genetisch bedingte Möglichkeit einer deutlichen Reduktion des Fungizideinsatzes |
Beispiel für Anbaumanagement (2022) | 27.05.2022: Entec (15/5/20) 100 N kg/ha, 33 kg P/ha, 132 kg K/ha 03.06.2022: Delan WG (Falscher Mehltau) 0,6 kg/ha, Netzschwefel (Echter Mehltau) 3,6 kg/ha 23.06.2022: Melody combi (Falscher Mehltau) 0,9 kg/ha, Netzschwefel (Echter Mehltau) 3,6 kg/ha 03.08.2022: Mildicut (Falscher Mehltau) 4 l/ha, Topas (Echter Mehltau) 0,32 l/ha |