| Art | Birne |
| Sorte | 'Williams Christ' Synonyme ‘Williams Bon Chrétien’; international insbesondere in den USA und Kanada als ‘Bartlett’ bezeichnet Die Sorte wurde vor 1770 in Großbritannien gefunden und verbreitet und gehört zu den weltweit bedeutendsten Birnensorten |
| Pflückreife | Ende August bis Mitte September abhängig von Standort, Witterungsverlauf, Baumalter, Unterlage und Ertragssituation ‘Williams Christ’ ist eine klassische Sommer- bzw. Frühherbstbirne Für die optimale Qualität sollte die Frucht grundsätzlich wegen der Nachreife der Birne vor Erreichen der vollständigen Genussreife geerntet werden |
| Genussreife | Ab Ende August bzw. im September, bei geeigneter Nachreife bis etwa Oktober Die Früchte sollten zur Ernte noch fest sein und entwickeln ihre optimale Textur und ihr Aroma während der Nachreife |
| Frucht | Mittelgroß bis groß, gelegentlich sehr groß; typisch birnen- bis kelchförmig mit ausgeprägter Taille und teilweise leicht unregelmäßiger Form Die Schale ist glatt, dünn und relativ empfindlich Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß bis cremeweiß, feintexturiert, schmelzend und sehr saftig, mit relativ wenigen Steinzellen (Sklereiden) |
| Farbe | Grundfarbe zunächst grünlich bis grünlichgelb, bei zunehmender Reife gelb bis goldgelb Auf der Sonnenseite kann sich eine schwache rötliche bis rosafarbene Deckfarbe entwickeln |
| Geschmack | Sehr aromatisch, süß mit ausgewogener Säure, schmelzende und saftige Konsistenz Charakteristisch ist ein ausgeprägtes, muskatähnliches bzw. muskatartiges Aroma Bei optimalem Reifegrad besitzt die Sorte eine hohe sensorische Fruchtqualität |
| Eignung | Hochwertige Tafel- und Verarbeitungssorte. Geeignet für Frischverzehr, Kompott, Konservierung, Backwaren sowie zur Herstellung von Saft und Birnenwein (Perry) Aufgrund des intensiven sortentypischen Aromas besitzt ‘Williams Christ’ eine besondere Bedeutung für die Herstellung von Birnenbrand bzw. Williams-Christ-Birnenbrand |
| Lagerfähigkeit | Begrenzt bis mäßig. Die Sorte ist überwiegend für den zeitnahen Verbrauch nach der Ernte bestimmt Die tatsächliche Lagerdauer hängt wesentlich von Erntetermin, Fruchtreife, Temperatur und Lagerbedingungen ab |
| Anfälligkeit | Birnenschorf (Venturia pyrina): mittel anfällig bis anfällig Echter Mehltau (Podosphaera leucotricha): keine belastbare Grundlage für eine ausgeprägte sortenspezifische Resistenz Feuerbrand (Erwinia amylovora): relevante bzw. erhöhte Feuerbrandanfälligkeit Birnenblattsauger (Cacopsylla pyri): keine spezifische sortenspezifische Resistenz dokumentiert Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae): gering bis mittel anfällig |
| Wuchs | Mittelstark wachsend, im Alter bzw. abhängig von Unterlage und Standort teilweise schwächer. Die Krone ist zunächst aufrecht bis breit wachsend, mit mittlerer bis guter Verzweigung und teilweise hängendem Seitenholz Eine offene, gut belichtete Kronenstruktur ist insbesondere zur Förderung der Fruchtqualität und zur Reduzierung der Blatt- und Fruchtfeuchte anzustreben Früher Ertragsbeginn; regelmäßige und hohe Erträge Sommergrünes Laub Weiße Blüten; Mittelfrüh bis mittelspät, überwiegend im April |
| Standort | Bevorzugt sonnige, warme und gut durchlüftete Lagen mit ausreichender Vegetationsdauer; ‘Williams Christ’ besitzt relativ hohe Wärmeansprüche Tiefgründige, humose, nährstoffreiche und gut drainierte Böden mit gleichmäßiger Wasserversorgung sind günstig Staunässe sowie stark verdichtete Böden sind zu vermeiden Eine gleichmäßige Wasserversorgung während Fruchtentwicklung und Reife fördert Fruchtgröße und Fruchtqualität |
| Winterhärte | Grundsätzlich ausreichend winterhart winterhart unter mitteleuropäischen Bedingungen, jedoch nicht für ungünstige, raue Standorte besonders geeignet Insbesondere Holz und junge Triebe können bei ungünstigen Winterbedingungen Frostschäden erleiden Blüten und junge Fruchtansätze sind wegen des frühen Blühtermins gegenüber Spätfrösten empfindlich |
| Nährstoffbedarf | Mittel bis mäßig hoch, abhängig von Unterlage, Bodenfruchtbarkeit, Baumalter und Ertragsniveau; eine ausgewogene, standort- und ertragsangepasste Nährstoffversorgung ist anzustreben Übermäßige Stickstoffversorgung sollte vermieden werden, Verhinderung von übermäßigem vegetativem Wachstum, sowie die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten und die Fruchtqualität ungünstig beeinflussen kann |
| Pflanzenschutz | ‘Williams Christ’ ist nicht als allgemein krankheitsrobuste Birnensorte einzustufen. Insbesondere Schorf und Feuerbrand können relevant sein Integriertes Pflanzenschutzmanagement mit regelmäßiger Befallskontrolle und standortangepassten Kulturmaßnahmen ist daher empfehlenswert Dazu gehören insbesondere eine geeignete Standortwahl, ein luftiger und gut belichteter Kronenaufbau, ein fachgerechter Erziehungs- und Erhaltungsschnitt, Entfernung erkrankter Pflanzenteile und Fruchtmumien Pflanzenschutzmaßnahmen sollten nach dem Befallsrisiko, Prognosemodellen bzw. Warndiensten und den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben ausgerichtet werden. |