Morphologische Erkennungsmerkmale von Emmer:
Wissenschaftlicher Hinweis:
Emmer (Triticum dicoccum) gehört zu den Spelzweizen
Ein charakteristisches Merkmal ist die feste Verbindung der Karyopse mit den Spelzen, sodass sich die Körner beim Dreschen nicht vollständig von diesen lösen
Die Kombination aus Ährenstruktur, Spelzenmerkmalen, Grannen und Blattmerkmalen ermöglicht eine morphologische Charakterisierung
Wuchsform:
Einjähriges, horstbildendes Süßgras mit aufrechtem, meist hohlem Halm
Der Halm ist durch mehrere Knoten und Internodien gegliedert und kann sich durch Bestockung verzweigen
Blätter:
Blätter wechselständig und zweizeilig angeordnet. Blattspreiten flach, linealisch bis lanzettlich und paralleladrig. Die Blattscheiden umfassen den Halm
Blattöhrchen (Auriculae):
Kurz, sichelförmig und den Halm teilweise umfassend. Die Öhrchen sind deutlich bewimpert
Wichtiges Feldkennzeichen: kurze, deutlich bewimperte Blattöhrchen
Blatthäutchen (Ligula):
Häutig und relativ kurz, meist etwa 1–4 mm lang. Der obere Rand ist überwiegend abgestutzt und kann glatt bis fein gezähnt ausgebildet sein
Ähre:
Endständig, aufrecht, länglich und zweizeilig aufgebaut. Die Ährchen sitzen einzeln an den Knoten der Ährenspindel und enthalten mehrere Blüten
Die Ähre ist relativ kompakt und besitzt eine kräftige, deutlich ausgebildete Ährenspindel
Bei Reife zerfällt die Ährenspindel in einzelne Spindelglieder, wobei die Ährchen von den Spelzen fest umschlossen bleiben
Grannen:
Die Ähre ist typischerweise begrannt
Die Grannen können mehrere Zentimeter lang sein und entspringen an den Deckspelzen
Ihre Länge und Ausprägung können abhängig von Sorte und Genotyp variieren
Korn (Karyopse):
Karyopse oval bis ellipsoidisch, mit ausgeprägter Längs- bzw. Bauchfurche und einem Haarbüschel am distalen Ende
Bei Emmer bleibt die Karyopse nach der Reife fest von Deck- und Vorspelze umschlossen
Die Körner können je nach Genotyp gelblich, gelblich-braun bis rötlich gefärbt sein