Pflanzen des Grünlandes

Unter Grünland versteht man einen Landnutzungstyp, der beweidet oder geschnitten wird und dessen Vegetation überwiegend aus ausdauernden Pflanzen, vor allem aus Gräsern besteht. 

Nutzung und Bedeutung von Grünland

Grünland bildet die Futtergrundlage für Wiederkäuer und andere Rauhfutterverwerter. Daher war die Nutzung und Bewirtschaftung des Grünlandes traditionell eng mit den Anforderungen der Tiere an die Futterqualität verknüpft. In den letzten Jahrzehnten werden in der Milchviehhaltung vermehrt energiereichere Futter-mittel (Kraftfutter, Silomais) von Ackerflächen eingesetzt, da selbst bei intensiver Grünlandbewirtschaftung der Bedarf der Hochleistungstiere nicht mehr allein über Grünlandfutter gedeckt werden kann.

Durch die energetische Verwertung von Grünlandaufwüchsen in Biogasanlagen und auch als Rohstoff für biobasierte Produkte haben sich neue Verwertungsalternativen mit unterschiedlichen Qualitätsanforderungen entwickelt. Grünland hat über die Erzeugung von Biomasse hinausgehende weitere wichtige Ökosystemfunktionen wie die Erhaltung der Biodiversität, Wasser- und Bodenschutz und auch die Erholungsfunktion. Da diese bei extensiver Bewirtschaftung meist stärker ausgeprägt sind, können Zielkonflikte zu landwirtschaftlichen Erfordernissen entstehen.

Gräser

Mit etwa 12.000 Arten sind die Süßgräser eine große und formenreiche Pflanzenfamilie. 15 Arten sind in Deutschland als Futtergräser züchterisch bearbeitet und haben wirtschaftliche Bedeutung, 12 davon sind hier zu sehen. Gräser sind die wichtigste Artengruppe im Grünland und sollten in einem ausgeglichenem Grünlandbestand einen Anteil von ca. 60-80% einnehmen. Sie bilden aufgrund ihrer ausgeprägten vegetativen Vermehrung durch Seitentriebbildung eine dichte Grasnarbe und sind die Grundlage für Ertrag und Qualität der erntbaren Biomasse. Mit zunehmender Alterung der Aufwüchse steigen die Fasergehalte und die Proteingehalte gehen zurück, die Futterqualität nimmt daher ab.

Weitere Grünlandpflanzen

Neben den Gräsern sind im Grünland auch immer standorttypische Leguminosen (z.B. verschiedene Kleearten, Luzerne) und sonstige Kräuter anzutreffen. Sie sind wichtige Bestandteile des Grünlandes, dienen als Eiweißlieferant, machen Stickstoff pflanzenverfügbar, verbessern den Boden und fördern die Artenvielfalt. Im Grünland stehen diese "weiteren Grünlandpflanzen" für die Basis von Biodiversität und prägen den Aspekt der Bestände. 

Diese Vielfalt kann im Lehrgarten Agrarwissenschaften nicht gezeigt werden, besuchen Sie dazu die Hohenheimer Gärten und die freie Natur.